Fußpilz - Eine Volkskrankheit

Auf dem Hotelteppich, in der Gemeinschaftsdusche oder in der Sauna, überall lauern sie, die Fußpilzsporen. Selbst in neuen Schuhen wurden schon Mikroorganismen von Forschern entdeckt. Es sind Millionen Bundesbürger von den Hautinfektionen betroffen. Schätzungen zufolge haben ca. 30% der Deutschen Bevölkerung mindestens einmal im Leben mit Fußpilz zu kämpfen. Jedoch bekennt sich kaum jemand zu diesem Problem, da diese Hautinfektion immer noch mit einem Schmuddel-Image behaftet ist. Fußpilz wird aber nicht immer gleich durch mangelnde Hygiene hervorgerufen. 

Aber wie kommt es zu einem Fußpilz? Durch das feuchtwarme Klima am Fuß kommt es in vielen Fällen zu den Pilzinfektionen. Besonders stark betroffen sind z. B. Soldaten, denn in den eng geschnürten Schuhen haben die Organismen die besten Chancen. Durch Soldaten, so wird es vermutet, kam auch der "Trichophyton rubrum“ von Asien und Afrika nach Europa. Diese Fadenpilz-Art ist mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet.

Forschern zufolge wissen ca. 50% der Erkrankten gar nicht das sie an einem Fußpilz erkrankt sind. Nur manchmal juckt es an den betroffenen Hautpartien. Leichte Schuppungen und Rötungen zwischen den Zehennägeln werden oft nicht entdeckt. Kommt es zu keiner Behandlung, kann der Pilz auf die Nägel übergreifen des Weiteren ungehindert Sporen streuen, an welchen sich andere Menschen anstecken können. Aber nicht jeder Mensch infiziert sich sofort, das Infektionsrisiko ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Ab 50 hat ca.  jeder Zweite Fußpilz. Durch die trockenere und rissigere Haut hat der Pilz bessere Möglichkeiten um einzudringen. Des Weiterem nehmen bei älteren Menschen Durchblutungsstörungen und Diabetes zu, welches zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Aber auch die Schuhe spielen eine Rolle: Anders lässt sich kaum erklären, warum auch immer häufiger Kinder an Fuß- und Nagelpilz erkranken. Hauptgrund hierfür ist, dass die meisten Kinder oft keine vernünftigen Schuhwerk tragen. Turnschuhe führen oft zu Schweißfüßen, was Fußpilzinfektionen begünstigt. Daher bezeichnet man die Infektion im englischen auch ganz schlicht „athlete's foot“ (Sportlerfuß).

Aber ein Fußpilz in der Regel nichts Schlimmes. Normalerweise reicht es, sich mit einer frei verkäuflichen Anti-Pilz-Creme zu behandeln. Der häufigste Fehler: Die Betroffenen cremen nicht konsequent und lange genug. Sobald die Haut einigermaßen verheilt ist, brechen viele die Behandlung ab. Man sollte aber weitercremen, nämlich noch mal so viele Tage, wie es gedauert hat, bis der Pilz verschwunden ist. Dass bei manchen Produkten eine einwöchige oder sogar einmalige Behandlung reicht. Wer seinen Pilz durch die Selbstbehandlung nicht los wird oder Schmerzen hat, sollte zum Hautarzt gehen. Es kann nämlich auch sein, dass ein anderes Hautproblem hinter dem vermeintlichen Pilz steckt.

Problematisch wird es, wenn der Pilz auf andere Körperregionen, etwa die Hände, übergreift. Auch Wunden, die nicht mehr verheilen, sind bedenklich, weil dann Bakterien einwandern und gefährliche Entzündungen hervorrufen können.